Dienstag, 26.09.2000

Heute war ein Trip an die korallenriffbewehrte Ostküste Zanzibars angesagt - natürlich mit dem Daladala. Nach fast einstündiger Suche haben wir dann auch tatsächlich den entsprechenden Busbahnhof gefunden und los ging die Reise über die Insel. Es war reichlich schwül, was sicherlich am Regen gelegen hat, der kurz vorher hier niedergegangen sein mußte, denn die Straßen waren noch ganz naß. Nach etwa dreiviertelstündiger Fahrt kamen wir in Uroa an, einem kleinen Dorf direkt am Strand, das außer zwei, drei abgelegenen Hotels und einer Straße nicht viel zu bieten hat.

Während wir über den Naturstrand spazierten, um uns ein schönes Fleckchen zu suchen, lief uns Yayah hinterher, ein Junge, der ziemlich flüssiges Englisch sprach und einfach ein bißchen üben wollte. Ein halbe Stunde und einen Adressentausch später waren wir wieder allein auf dem langen Strand, lagen genauer gesagt im Schatten irgendeiner Pinie. Es war ganz schön windig, das Wasser klar und angenehm warm.

Nach ein paar Stunden ging es per Daladala zurück in die Stonetown, wo auf einer Art "night market" allerhand Köche ihre Kunst darboten. Ich ließ mich zu zwei "Kebabs" (dicker Sesamteig, diverse Sorten kalten Gemüses und Salats zuzüglich einer ziemlich scharfen Soße, beim zweiten Mal auch Fleisch) für insgesamt 350 Shilingi hinreißen. Billig, aber verdammt gut!

Weitere Neuigkeiten des Tages: Ameisenfront zurückgeschlagen

Als ich morgens aufstand, um gemütlich mein Tagebuch auf den neuesten Stand zu bringen, sah ich, daß sich einige Ameisen mitsamt Eiern auf einem unserer Vorhänge in der Sonne niedergelassen hatten, um ihrem Nachwuchs beim Schlüpfen beizustehen. Nach ein paar Minuten der Beobachtung (man ist ja Wissenschaftler...) und Bewaffnung mit festem Schuhwerk mußten ein paar Hundert dieser etwa 1,5 cm langen Tiere ihr Leben lassen. Das klingt ziemlich grausam, aber nach unseren Erlebnissen mit Ameisen in Kilimatinde wußten wir, in welchen Mengen afrikanische Ameisen aufzutreten pflegen. In den nächsten Tagen hätten wir einen riesigen Ameisenhaufen in unserem Zimmer gehabt, und auch wenn Ameisen nützlich sein mögen - im Haus und bei unseren Vorräten, die sowieso schon unter Myriaden kleinster Ameisen zu leiden hatten, hört der Spaß auf.

Menschenkonzentrationsrekord gebrochen

In einem der Daladalas, mit denen wir heute gefahren sind, befanden sich zu einem Zeitpunkt 22 Erwachsene, 2 Kinder und Gepäck. Für 3 x 4 m Ladefläche nicht schlecht, oder?