Der heutige Vor- und Mittag wurde in Stonetown verbracht. Zum einen haben wir uns den alten Sklavenmarkt und die darauf gebaute anglikanische Kathedrale angesehen, und im Gegensatz zum "House of Wonders" war diese Sehenswürdigkeit ihr Geld wert. Zum anderen haben wir nach einem "Bao"-Spiel (das ist das afrikanische Glücksspiel mit den 32 Mulden und 64 Spielsteinen für zwei Spieler) Ausschau gehalten. Die Qualität der Spielschatullen war überall gleich schlecht - verzogene Kanten, schlechtes Holz, oder die Schnitzerei, die von weitem noch recht schön aussah, erwies sich bei genauerer Betrachtung als sehr grob und im wahrsten Sinne des Wortes ungehobelt. Das Erstaunliche an den Läden ist, daß sie nicht nur alle das gleiche verkaufen, sondern auch noch dieselbe Qualität, was man gerade an den Spielen sehr deutlich gesehen hat. Nur selten trifft man auf Dinge, die auch von nahem keine allzu großen Schnitzer aufweisen - wirklich schöne Sachen gibt es nur ganz selten, und dann meistens zu horrenden Preisen. Trotz aller "best friends", die uns ihre "special price for you, today is cheaper"-Gegenstände andrehen wollten, haben wir nichts gescheites gefunden.
Natürlich waren wir wieder im Eiscafé, der einzigen "Touristenattraktion", die sich kaum vermeiden läßt. Das Eis ist einfach zu gut (zum Beispiel das in der Kehle brennende Ingwereis...)! Nebenan haben wir für den morgigen Tag eine "Spice Tour" für 10 Dollar pro Person gebucht und sind schon ganz gespannt. Außerdem sind wir zum Hafen marschiert und haben Tickets für die Rückfahrt mit der Fähre gekauft. Dadurch, daß ich das Gespräch auf (zugegebenermaßen ziemlich eingeschränktem) Kiswahili geführt habe und auf die Halbwahrheit, daß wir im Krankenhaus von Kilimatinde arbeiten und gerade Ferien haben, hingewiesen habe, mußten wir nur den Preis für "residents" bezahlen - das ist die Hälfte des Preises für Touristen. Zudem waren wir beim offiziellen Büro des Fährunternehmens, so daß wir nicht noch irgendwelche Mittelsmänner mitbezahlen mußten, die hier herumlaufen wie Sand am indischen Ozean.
Den Nachmittag haben wir dann am Hotelstrand verbracht. Abends haben wir schließlich im hoteleigenen Restaurant gespeist. Während des Essens konnten wir den Fischern bei ihrer Arbeit zusehen.