Um drei Uhr in der Frühe aufgestanden, kurz abgeduscht, um bloß keinen Floh nach Deutschland mitzunehmen, und dann war auch schon unser Taxi da - fast eine halbe Stunde zu früh, und das in Afrika!
Am Flughafen schlief das Personal noch auf den Tischen. Durch die Eingangstüren aus Glas konnten wir beobachten, wie langsam einer nach dem anderen aufstand und sich schlurfend an die Arbeit begab. Eine kleine Überraschung harrte meiner in Form eines Getränkegutscheins - nachdem wir uns durch die Paßkontrolle (Visum...) gequält hatten, lächelte mich eine gut gekühlte Flasche Tangawizi an. Vergessen waren frühe Uhrzeit und Abschiedsschmerz - die Flasche wurde vom ersten bis zum letzten Schluck genossen!
Der Flug ging etwas früher als erwartet, denn wir flogen über Kilimanjaro Airport und Nairobi nach Addis Abbaba, wo wir pünktlich ankamen. Kurz bevor wir auf dem Kilimanjaro Airport aufsetzten, sahen wir den in Wolken und Morgensonne gehüllten höchsten Berg Afrikas, der jedem zweiten Unternehmen Tanzanias seinen Namen lieh (Kilimanjaro Water, Kilimanjaro Butcher, Kilimanjaro Haircut, ...).
In Addis Abbaba mußten wir nur kurz auf unseren Anschlußflug warten. Kurz vor dem Einsteigen ging ein eingeprobtes Chaos los. "All transit pax to Frankfurt who have a seat number follow me." Auf meine Nachfrage, ob ich ihr brüchiges Englisch im kaputten Lautsprecher richtig vernommen hätte, sagte die Flughafenbedienstete: "You fly to Kopenhagen? Follow me." - "No. We want to fly to Frankfurt!" - "O.K., follow me."
Wie bitte? Auf einmal fiel mir ein, daß unser Flieger auf dem Hinflug aus Kopenhagen gekommen war. Aha!
Im Flugzeug übermannte mich der Schlaf. Ich würde schon aufwachen, wenn sich der alte Vogel mit dem hübschen roten Teppich - pardon, Sitzbezug - in die Lüfte erhob. Etwa eine Stunde später wachte ich auf und wir standen immer noch. Der Pilot erklärte gerade, daß es im Moment in Addis Abbaba keinen Strom gab und deshalb alles von Hand gemacht werden müßte. Afrika...
Bis auf die Stunde Verspätung und die Deutsche Bahn, die sich kurz vor Freiburg spontan dazu entschloß, eine Viertelstunde auf der Strecke zu halten, um auf irgendein nicht erkennbares Ereignis zu warten, so daß wir ganz knapp unsere Straßenbahn verpaßten und eine halbe Stunde in der ungewohnten Kälte des deutschen Herbstes verbringen durften, lief dann aber doch alles glatt. Um 23:30 Uhr war ich zu Hause.
Kulturschock: aus den Hähnen kommt Trinkwasser, und beim Betätigen eines Schalters bewegen sich nicht nur ein Plastikteil, sondern auch noch Abermillionen dienstfertiger Elektronen. Schön...