Mittwoch, 20.09.2000

Nachdem einer der Kollegen in der "Morning Session" umgekippt ist, was aber bei ihm öfter vorzukommen scheint, haben wir mit Dr. Kiula gesprochen. Er meinte, daß er uns deshalb nicht mitgenommen habe, weil er unsere Rückreise organisieren wolle. Etwas später dann sind wir zum Einkaufen nach Manyoni mitgefahren, denn Dr. Kiula wollte dort mit dem Bischof die Details unserer Rückreise klären. In Manyoni haben wir uns mit Kangas eingedeckt. Das sind die schönen Tücher, die hier vor allem Frauen als Kopftuch, Schal oder Kleid tragen (und manchmal auch als Decke benutzen). Nachdem es uns nicht möglich war, ohne tiefergehende Sprachkenntnisse einen Maasai-Kanga zu erstehen (die Maasai sind ein recht ursprünglich und eigenständig gebliebener Stamm Tanzanias), wandten wir uns um Hilfe an Dr. Kiula, dem es tatsächlich gelang, diese schönen, dicken und vor allem riesengroßen Kangas, die die Männer hier als Schutz vor Kälte tragen, in Manyoni ausfindig zu machen.

Dr. Kiulas Pläne sehen wie folgt aus: morgen (was unsere ganzen Lebensmitteleinkäufe im Nachhinein als recht sinnlos erscheinen läßt) sollen wir um 12:00 Uhr mit einem der Land-Cruiser über Dodoma bis Morogoro fahren, einer größeren Stadt auf 3/4 der Strecke nach Dar es Salaam. In Morogoro werden wir übernachten, um dann am nächsten Morgen ganz früh in einen Nationalpark und später nach Dar es Salaam zu fahren. Kosten wird uns das Ganze nichts, allerdings bekommt der Fahrer von uns 30'000 Shilingi für Verpflegung und Unterkunft. Ich schreibe das alles nur auf, weil es morgen schon wieder ganz anders aussehen kann...

Wir haben uns heute denn auch schon vorsichtshalber von Joyce, unserer englischen Nachbarin, verabschiedet, die ab morgen Mittag als einzige Weiße in Kilimatinde sein wird. Sie wird wohl in unser Haus umziehen, denn zur Zeit wohnt sie im Gästezimmer von Paul und Christine.

Es war eine schöne Zeit in Kilimatinde, und es ist schwer, so abrupt aufzubrechen. Dennoch ist es sicher besser, die Chance zu ergreifen, noch vor Abflug unseres "Ethiopian Airlines"-Fluges nach Dar es Salaam zu kommen. Wenn irgend möglich, werde ich noch mal nach Kilimatinde fahren, und sei es in vierzig Jahren!