Nach einem gemütlichen Frühstück waren wir um Viertel nach zehn schon auf unserem Weg zum Hafen. Zuerst natürlich mit dem Daladala, dann mit dem Taxi. Die Fahrt mit der Fähre war durch den Wellengang und die Schnellbootbauweise des Schiffes besser als jede Achterbahn. Wir durften etwa zehnmal den echten freien Fall erleben, wenn auch zum Glück nur kurz, so daß das Schiff eine Überlebenschance hatte. Bis auf uns zwei gab es nicht viele, die die Fahrt genossen haben - jede größere Welle machte sich durch die seekranken Mitreisenden akustisch bemerkbar, so daß auch wir froh waren, als wir nach zwei Stunden Fahrt in Dar es Salaam ankamen und uns durch die Schlange der nach Beute Ausschau haltenden Taxifahrer hindurchkämpfen durften. Einer von ihnen ist uns einen halben Kilometer lang hinterhergelaufen, bis ich ihn für tanzanische Höflichkeitsverhältnisse ziemlich angemacht habe.
Wir sind wieder im "Durban Hotel" untergekommen, in dem wir auch schon in der Nacht vor unserem "Tashriff"-Abenteuer übernachtet haben. Das Hotel hat den großen Vorteil, bei einigermaßen bezahlbaren Preisen ziemlich im Zentrum zu liegen. Da ich das Zimmer auf Kiswahili geordert habe, haben wir ein etwas schöneres Zimmer bekommen als letztes Mal: im zweiten statt im obersten Stockwerk, die Fenster sind alle heil und das Handtuch im Bad scheint in der letzten Woche auch mal gewaschen worden zu sein. Was ein paar Worte in einer anderen Sprache ausmachen können...
Den Großteil des Tages haben wir im Zentrum von Dar es Salaam verbracht und uns dabei das Nationalmuseum angesehen. Die prähistorische Abteilung mit den ersten Fußspuren eines hominiden Lebewesens (vor vier Millionen Jahren) und der älteste Schädel eines Hominiden (2.6 Millionen Jahre alt), beide im Olduvai-Valley in Tanzania gefunden, sieht zwar auf den ersten Blick aus, als wäre sie von einer Schulklasse dekoriert worden, ist aber definitiv einen Besuch wert. Auch der Rest des Museums samt der Wanderphotoausstellung waren sehr interessant.
Das Abendessen im Hotel war im Vergleich mit Zanzibar recht preiswert und (dennoch) sehr gut. Danach kam das allerbeste des Tages: Duschen unter einer echten Dusche, bei der man weder das Wasser mit der oben erwähnten Volvic-Flasche selbst auf Kopfhöhe bringen, noch die Brause selber halten und zum Haarewaschen in die Knie gehen mußte. Und dann auch noch warmes Wasser - wie ein warmer Monsunregen!